Zum Inhalt springen

Chemiedistribution

Digitalisierung der Vertriebssteuerung bei einem Chemiedistributor

Mandantin
Chemiedistributor, 540 Mio. € Umsatz, 14 Landesgesellschaften
Branche
Chemiedistribution
Projektdauer
11 Monate
Abschluss
2025

Ergebnisse in Zahlen

+18 %
Höherer Deckungsbeitrag
240
Neu verhandelte Kundenbeziehungen
-0,8 %
Umsatzeffekt der Bereinigung
9
Monate bis zur vollen Wirkung

Ausgangslage

Preise wurden in 14 Landesgesellschaften dezentral verhandelt, ohne Sicht auf den Deckungsbeitrag je Kunden-Artikel-Kombination. 38 Prozent des Umsatzes lief über Kunden, deren Ergebnisbeitrag niemand beziffern konnte. Zwei vorangegangene CRM-Projekte waren ohne Wirkung geblieben.

Vorgehen

Wir haben eine Deckungsbeitragsrechnung auf Kunden-Artikel-Ebene aufgebaut, daraus ein Pricing-Modell mit Preisuntergrenzen abgeleitet und die Steuerung in die bestehenden Vertriebsprozesse integriert – statt ein drittes System einzuführen.

Ergebnis

18 Prozent höherer Deckungsbeitrag bei nahezu unverändertem Umsatz. 240 defizitäre Kundenbeziehungen wurden neu verhandelt, 61 davon beendet. Die Modelle laufen vollständig im Eigentum der Mandantin.

Eingesetzte PracticesDigitale Transformation & Data AnalyticsStrategie & Corporate Development

Zwei CRM-Einführungen waren vor unserem Mandat gescheitert. Beide hatten Prozesse digitalisiert, ohne die Frage zu beantworten, die der Vertrieb eigentlich hatte: Bei welchem Preis verdient dieses Geschäft noch Geld?

Ausgangslage

In 14 Landesgesellschaften verhandelten 180 Vertriebsmitarbeitende Preise auf Grundlage von Listenpreisen und Erfahrung. Eine Deckungsbeitragsrechnung existierte auf Ebene der Landesgesellschaft, nicht auf Ebene von Kunde und Artikel. Damit war nicht nachvollziehbar, welche der 6.400 Kundenbeziehungen einen positiven Ergebnisbeitrag leisteten.

Die erste Auswertung zeigte: 38 Prozent des Umsatzes lief über Kunden mit unbekanntem Ergebnisbeitrag, und in dieser Gruppe lagen 240 Beziehungen mit negativem Deckungsbeitrag nach Logistik- und Kapitalbindungskosten.

Vorgehen

  1. Datengrundlage – Zusammenführung von ERP-, Logistik- und Kostenstellendaten zu einer Deckungsbeitragsrechnung auf Kunden-Artikel-Ebene
  2. Segmentierung – Einteilung der 6.400 Kundenbeziehungen nach Ergebnisbeitrag, Volumen und Preiselastizität
  3. Pricing-Modell – Preisuntergrenzen und Zielkorridore je Segment, hinterlegt im bestehenden Angebotsprozess
  4. Verhandlungsprogramm – 240 Kundenbeziehungen in drei Wellen neu verhandelt, begleitet durch die Vertriebsleitungen der Länder

Wir haben kein neues System eingeführt. Die Steuerung wurde in die bestehende Angebotsstrecke integriert, sodass die Vertriebsmitarbeitenden die Preisuntergrenze im gewohnten Arbeitsablauf sehen.

Ergebnis

Kennzahl Ausgangswert Nach 9 Monaten
Deckungsbeitrag Indexwert 100 Indexwert 118
Umsatz Indexwert 100 Indexwert 99,2
Kundenbeziehungen mit negativem DB 240 12
Anteil Umsatz mit bekanntem DB 62 % 100 %

Von den 240 defizitären Beziehungen wurden 179 zu tragfähigen Bedingungen fortgeführt und 61 beendet. Der resultierende Umsatzrückgang von 0,8 Prozent war im Szenario ausgewiesen und vom Aufsichtsrat vor Beginn des Verhandlungsprogramms bewilligt.

Die Modelle liegen vollständig bei uns, inklusive Quellcode und Dokumentation. Für ein Beratungshaus ist das ungewöhnlich und war für die Mandatierung ausschlaggebend.

— Geschäftsführer Vertrieb

Stehen Sie vor einer vergleichbaren Entscheidung?

Ein erstes Gespräch dauert 45 Minuten und endet mit einer klaren Aussage dazu, ob und mit welchem Zuschnitt wir für Ihre Fragestellung die richtige Adresse sind.

Mandat besprechen